FIA und Motorenhersteller haben sich auf die Eckdaten der neuen Motorengeneration ab 2021 geeinigt.

Die Fans und auch die Fahrer haben sich schon seit einiger Zeit beschwert: Zu leise seien die Autos und zu kompliziert die Technik. Nicht nur bei den Langstreckenrennen der FIA WEC haben die Hybrid-Fahrzeuge immer wieder mit Zuverlässigkeitsproblemen zu kämpfen. Auch die Klassements der Formel 1 werden stark von der Technik und ihren kleinen oder größeren Problemchen bestimmt.

Ab 2021 soll eine neue Generation Motoren in der Formel 1 zum Einsatz kommen. Hier die Eckdaten, die heute erstmals öffentlich kommuniziert wurden:

  • Es bleibt beim 1,6-Liter Turbomotor mit sechs Zylindern
  • Der (Single-) Turbo wird in seinen Ausmaßen beschränkt sein
  • Das Drehzahllimit der Motoren wird von 15.000 U/min um 3000 U/min angehoben, was den Sound verbessern soll
  • Das Innenleben der Motoren wird vom Reglement in sehr engen Grenzen vorgeschrieben, um ausufernde Entwicklungskosten zu verhindern
  • Die MGU-H (Energie-Rückgewinnung durch Hitzeenergie) fällt komplett weg. Einzige Hybrid-Komponente im System wird die MGU-K sein. Das System gewinnt beim Bremsen und Rollen des Fahrzeugs über E-Motoren/Generatoren kinetische Energie und speist diese bei Bedarf wieder ins System ein.
  • Diese Energie soll ab 2021 manuell durch den Fahrer freigesetzt werden, um zum Beispiel besser überholen zu können. Bisher bestimmt die Motorsteuerung, wann welches System wie viel Energie abgibt.
  • Die Fahrer werden Energie über mehrere Runden ‚ansparen‘ können, um diese dann auf einen Schlag zu nutzen. Bisher war dies auf eine Runde begrenzt.
  • Batterien und Elektronik werden Einheitsteile
  • Strenge Vorschriften beim Design der Antriebseinheiten um den kleineren Teams das Wechseln zwischen verschiedenen Motoren-Lieferanten zu erleichtern
Scuderia Toro Rosso - GP Mexico 2017 (Foto: Red Bull Content Pool)

Scuderia Toro Rosso – GP Mexico 2017 (Foto: Red Bull Content Pool)

Kommentar
Das neue Motoren-Reglement ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, dürfte aber wenn es nach Fans wie mir geht, ruhig auch schon etwas früher, als erst in drei Jahren kommen.

Dass die MGU-H abgeschafft wird, ist ein kleiner Rückschritt, zeigt aber vielleicht auch einfach, dass diese Technik (noch) nicht reif ist für die Verwendung in Motorsport und Serienmodellen. Für mich als technisch interessiertem ist es allerdings auch eine kleine Enttäuschung. Dafür wird aber (hoffentlich) das eintreten, was sich viele vom neuen Reglement erhoffen: Mehr Chancengleichheit und weniger Dominanz eines einzelnen Herstellers, wie es in den letzten Jahren mit Mercedes der Fall war.

Wer sich wieder großvolumige Sauger-Motoren gewünscht hat, wird natürlich enttäuscht sein, aber es ist mehr als unwahrscheinlich, dass wir diese Art Motoren in der Formel 1 überhaupt nochmal sehen.
Schade finde ich, dass Batterien und Elektronik Einheitsteile sein werden. In der Formula E werden die Hersteller bald neue Technologien entwickeln dürfen und es wäre natürlich sinnvoll, wenn sie diese auch die der Formel 1 einsetzen könnten.

Die Fahrer dürfen ab 2021 außerdem selbst bestimmen, wann sie ihren Boost abrufen. Das könnte wirklich für spannendere Zweikämpfe sorgen, die derzeit fast nur vom DRS abhängig sind.