Warum Wastegates den Sound der Formel 1 verbessern.

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Die aktuellen Formel 1 Autos könnten schon etwas lauter sein. Da brauchen wir nicht zu diskutieren.

Doch es gibt seltene Momente, da kann man eigentlich ganz zufrieden sein. Zum Beispiel wenn das Wastegate-Ventil des Turboladers öffnet und der Sound wesentlich ungefilterter aus dem Heck der fast 1000 PS starken Wagen kommt.

Besonders gut hört man das im folgenden Video von 19BOZZY92, welches er in Monza aufgenommen hat, bei 0:20 min als der McLaren Honda von einem Augenblick zum anderen deutlich anders klingt. Das gleiche fällt bei 0.58 min und 1.25 min auf.

Hintergrund: Die MGU-H

Der Motorensound wird hauptsächlich von der MGU-H geschluckt. Dieser elektrische Turbolader erzeugt aus überschüssiger Energie Strom, der beim Beschleunigen der Fahrzeuge genutzt werden kann.
19BOZZY92s Theorie zum plötzlich lauteren Sound hört sich für mich schlüssig an: Wird keine Energie benötigt (beispielsweise weil die Akkus vom langen Anbremsen auf die erste Schikane in Monza eh schon voll sind), dann entlässt das Wastegate-Ventil den Abgasstrom an der MGU-H vorbei direkt ins Freie. Und das hört man!

Dieses Phänomen tritt im Video hauptsächlich bei Fahrzeugen mit Renault- und Honda-Triebwerken auf, während die von Mercedes und Ferrari eher leise bleiben. Könnte sein, dass die letzteren beiden die Steuerung ihrer Hybridsysteme schon besser im Griff haben, als die anderen.

Übrigens ist dieser Sound-Unterschied beim Öffnen des Wastegates erst so deutlich zu hören, seit die Regeln vorschreiben, dass die Abgase nach dem Turbo nicht wieder zum normalen Abgasstrom geleitet werden, sondern durch eigene Rohre ins Freie gelangen.