Die Rally Dakar ist im vollen Gange. Zeit die drei Haupt-Kontrahenten mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

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Der Peugeot 3008 DKR Maxi in seiner vorerst letzten Ausbaustufe (Peugeot hat bereits seinen Rücktritt aus der Rally Raid Szene bekannt gegeben), der Toyota Hilux mit noch mehr Power und der von X-Raid entwickelte MINI John Cooper Works Rally sind momentan ganz eindeutig die drei besten Autos mit denen man eine Rallye vom Schlage der Dakar 2018 gewinnen kann. Doch obwohl sie alle dem Reglement der Klasse T1 entsprechen, ähneln sich die drei nicht so sehr.
Während Mini und Toyota zumindest rein äußerlich noch ein kleines bisschen an die Straßenfahrzeuge ihrer Hersteller erinnern, sieht der Peugeot meiner Meinung nach fast schon wie ein riesiges Raumschiff aus ? Die Ausmaße dieser Fahrzeuge sind sowieso nicht von schlechten Eltern, wie ihr auf dem Foto sehen könnt:

Peugeot 3008 DKR Maxi bei der Rally Dakar 2018 (Foto: Peugeot Sport)

Peugeot 3008 DKR Maxi bei der Rally Dakar 2018 (Foto: Peugeot Sport)

Die Top Autos der Dakar Rally (Klasse T1) muss man grundsätzlich in zwei Gruppen einteilen: Fahrzeuge mit Allrad- und Fahrzeuge mit Heckantrieb. Letztere dürfen leichter sein, haben mehr Federweg und größere Reifen (siehe unten). Im Vergleich zu den letzten Jahren wurden die zweiradgetriebenen Buggys allerdings vom Reglement schon etwas eingebremst, da Mini und Toyota zu stark unterlegen waren.
Gemeinsam haben die drei Fahrzeuge, dass es sich um reine Prototypen mit Gitterrohrrahmen und darüber gestülpter Karosserie aus leichten Verbundstoffen handelt. Mit den Serienmodellen haben sie in der Regel nur das leicht abgewandelte Aussehen gemeinsam, da sie die Freiheiten des Reglements ausnutzen.

Gitterrohrrahmen Konstruktion des Peugeot 3008 DKR Maxi. Links Hinterachse, Getriebe und Ansaugung, mittig im Bild die Aufnahme für eins der Ersatzräder (Foto: Flavien Duhamel/Red Bull Content Pool)

Gitterrohrrahmen Konstruktion des Peugeot 3008 DKR Maxi. Links Hinterachse, Getriebe und Ansaugung, mittig im Bild die Aufnahme für eins der Ersatzräder (Foto: Flavien Duhamel/Red Bull Content Pool)

Auch der Innenraum ist Rennsport pur. Geschützt vom Überrollkäfig sitzen Pilot und Copilot gut geschützt in ihrem Cockpit, welches von Bedienelementen für Navigation und der Technik des Autos dominiert wird.

Cockpit des Peugeot 3008 DKR Maxi 2018 (Foto: Peugeot Sport)

Cockpit des Peugeot 3008 DKR Maxi 2018 (Foto: Peugeot Sport)

Die Fahrwerke sind selbstverständlich auch maximal auf den Einsatz bei der Rally Dakar angepasst. So kommen in der Regel eine Feder und zwei Dämpfer pro Rad zum Einsatz. Der Federweg ist enorm, aber per Reglement begrenzt.

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Nun aber zum direkten Vergleich der technischen Daten dieser Fahrzeuge:

MINI John Cooper Works Rally

MINI John Cooper Works Rally (Foto: X-raid)

MINI John Cooper Works Rally (Foto: X-raid)

Mini tritt bei der Dakar schon seit Jahren mit einem Fahrzeug an, welches mit dem hessischen Team X-Raid entwickelt wird. Dabei kann sich die Truppe auf jahrelange Erfahrung stützen. Dementsprechend ausgereift ist das Fahrzeug.

Peugeot 3008 DKR Maxi

Peugeot 3008 DKR Maxi - Rally Dakar 2018 (Foto: Peugeot Sport)

Peugeot 3008 DKR Maxi – Rally Dakar 2018 (Foto: Peugeot Sport)

Peugeot kam nach vielen Jahren 2015 mit dem 2008 DKR zurück zur Dakar. Wenig später löste der 3008 DKR diesen ab. Die letzte Ausbaustufe ist der 3008 DKR Maxi, der die volle Breite des Reglements ausnutzt und so den Sieg bei Peugeots vorerst letzter Dakar holen soll.

Toyota Hilux

Toyota Hilux - Rally Dakar 2018 (Foto: Toyota)

Toyota Hilux – Rally Dakar 2018 (Foto: Toyota)

Die Toyota Hilux werden schon seit Jahren von Toyota Südafrika bzw. Gazoo Racing Südafrika entwickelt und eingesetzt. Ein Sieg gelang damit bisher noch nicht, allerdings sind mit Nasser Al-Attiyah und Giniel de Villiers sehr erfahrene Piloten am Start.
Modell
Motor
Hubraum
  • Treibstoff
  • Aufladung
  • Leistung
  • Drehmoment
  • Luftmengenbegrenzer
  • Einbauort
  • Getriebe/
    Gänge
  • Antrieb
  • Länge
  • Breite
  • Höhe
  • Gewicht (leer)
  • Höchstgeschwindigkeit
  • Tankvolumen
MINI
V6
2993 ccm
  • Diesel
  • 2 Turbolader
  • 340 PS
  • 800 Nm
  • 38 mm
  • Mitte vorn
  • sequentielles 6-Gang Getriebe
  • Allradantrieb
  • 4350 mm
  • 1999 mm
  • 2000 mm
  • 1850 kg
  • 190 km/h
  • 325 L
Peugeot
V6
2993 ccm
  • Diesel
  • 2 Turbolader
  • 340 PS
  • 800 Nm
  • 38 mm
  • Mitten hinten
  • sequentielles 6-Gang Getriebe
  • Heckantrieb
  • 4312 mm
  • 2400 mm
  • 1799 mm
  • min. 1580 kg*
  • 200 km/h
  • 400 L
Toyota
V8
5000 ccm
  • Benzin
  • keine
  • ca. 350 PS
  • ca. 560 NM
  • 38 mm
  • Mitte vorn
  • sequentielles 6-Gang Getriebe
  • Allradantrieb
  • ?
  • ?
  • ?
  • min. 1915 kg*
  • 190 km/h
  • 450 L
* Vorgaben des Reglements. Tatsächliche Angaben der Hersteller waren leider nicht verfügbar.

Jetzt haben wir also die Fakten auf dem Papier direkt gegenübergestellt. Für welches Fahrzeug würdet ihr euch entscheiden? Ich glaube ich würde den Peugeot wählen, weil dessen Fahrwerk scheinbar selbst die größten Sprünge sorgenfrei wegsteckt und er einfach beeindruckend aussieht. Mit einem V8 im Heck wäre der Sound dann auch noch angemessen.

Und wer dieses Jahr die Rally Dakar gewinnen wird? Ich tippe auf Peugeot, sofern die sich nicht selbst durch dumme Aktionen ins Aus befördern.

Galerie: Die Dakar-Fahrezeuge von Mini, Peugeot und Toyota

Einige werden sich jetzt sicherlich fragen, warum ich den neuen Buggy von Mini nicht in diesem Vergleich berücksichtigt habe. Da er dieses Jahr bei dem Kampf um den Gesamtsieg allerdings gar keine Rolle spielt, muss er sich (auch der Übersicht halber) seinen Platz erst noch erkämpfen.

Hintergundwissen

Um diesen Vergleich zu erstellen, musste ich natürlich auch einen Blick in das Reglement der Dakar Rally werfen. Ich will euch nicht mit uninteressanten Paragrafen nerven, aber ein paar interessante Absätze stelle ich euch mal vor:

  • Die maximale Breite der Fahrzeuge beträgt dieses Jahr 2400 mm. Ab 2019 sind nur noch 2200 mm erlaubt. Peugeot nutzt dieses Maß mit der Ausbaustufe „Maxi“ voll aus. Das Vorgängermodell war noch 200 mm schmaler.
  • Kein Allrad mit Motor im Heck: Per Definition muss sich der Motor bei einem Fahrzeug mit Allradantrieb vor dem Mittelpunkt der zwei Achsen befinden. Deswegen kann Peugeot im Gegensatz zur Konkurrenz den Motor ins Heck setzen.
  • Das Mindestgewicht ist abhängig von Hubraum, Angetriebenen Rädern und Teamstatus (Werksteam oder Privatteam)
  • Der Motor muss aus einem Serienmodell laut Gruppe A, N oder GT stammen. Allerdings darf dieser leicht verändert werden.
  • Dieselpartikelfilter sind im Gegensatz zu anderen Motorsportarten nicht nur nicht vorgeschrieben, sondern sogar verboten.
  • Der maximale Reifendurchmesser beträgt 810 mm bei Allrad-Fahrzeugen und 940 mm bei Fahrzeugen mit zwei angetriebenen Rädern.