Die Japaner haben ihren innovativen und zuverlässigen Hybrid-Antriebsstrang weiter entwickelt. Im neuen Lexus LC 500h kommt dieser erstmals zum Einsatz.

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Mit diesen Worte kündigte die Lexus Presseabteilung im Februar diesen Jahres die Hybrid-Variante des Luxus-Coupés an:
„Der Weltpremiere des LC 500 mit V8 Motor folgt nun die des LC 500h, der mit dem weltweit ersten Lexus Hybrid Drive mit mehrstufiger Untersetzung die nächste Generation von speziell für Hochleistungsfahrzeuge entwickelten Hybridantrieben einläutet.“

Und das ist nicht gelogen. Die Japaner sind mit Ihren Hybrids anderen Herstellern weit voraus: Während die deutschen Automobilhersteller in Sachen Hybrid-Technik immer noch am Anfang der Entwicklung stehen und die Kunden die komplizierte Technik häufig als zu anfällig und unnütz bezeichnen, baut Toyota (bzw. Lexus) bereits seit 1997 zuverlässige und sparsame Hybrid-Fahrzeuge.

Hybrid ist erprobt und massentauglich

Toyota Auris Touring Sports Hybrid auf der IAA 2013

Toyota Auris Touring Sports Hybrid auf der IAA 2013

Der Toyota Prius mag zwar mit seinem Design polarisieren und wurde vor allem anfangs eher gekauft um das Umweltbewusstsein nach außen hin zu zeigen, aber spätestens seit es auch Toyota Auris, RAV4 und Yaris mit Hybridantrieb zu kaufen gibt, ist diese Antriebstechnik auch einigermaßen von der breiten Masse akzeptiert worden.
Probefahrt mit dem Toyota Yaris Hybrid

Probefahrt mit dem Toyota Yaris Hybrid

Die Lexus Hybrid-Modelle IS 300h, GS 300h und 450h, RX 450h sowie der LS 600h, brachten diesen Antrieb nach und nach außerdem in die Mittel- und Oberklasse.

Gewöhnungsbedürftige, aber effiziente Technik

Für die, die noch nie mit einem „Hybrid Synergy Drive“ in Kontakt gekommen sind, möchte ich diese Art des Antriebs kurz erklären. Zum Einsatz kommt bei Toyota und Lexus in der Regel ein Benzinmotor ohne Aufladung. Dieser ist über ein Planetengetriebe (eCVT – Electronically Controlled Continuously Variable Transmission) mit zwei Elektromotoren (Motor-Generator-Units MGU-1 und MGU-2) verbunden, welches die Kraft an die Räder überträgt.
Genau diese Kombination ist der große Vorteil des Hybridantriebs von Toyota: Durch das Planetengetriebe ist es möglich die Kraft der E-Motoren und des Verbrennungsmotors in nahezu jedem beliebigen Verhältnis zu kombinieren. Das heißt, dass die Steuerung des Hybridantriebs die jeweiligen Motoren immer auf der optimalen Drehzahl betreiben kann. So läuft der Verbrennungsmotor meist mit der Drehzahl, bei der er am effizientesten arbeitet. Bei Bedarf kann diese aber auch stufenlos geändert werden, um möglichst viel Leistung abzurufen. Die Elektromotoren unterstützen den Verbrenner und können beim Rollen bzw. leichten Bremsen Energie zurückgewinnen, die für die nächste Beschleunigungsphase in den Akkus (meist hinter der Rücksitzbank) gespeichert wird.

Das Anfahren erfolgt ebenso sanft und unkompliziert: Dank des eCVT ist keine Kupplung nötig und das Fahrzeug kann elektrisch oder in Kombination mit dem Verbrenner anfahren.
Wie mein Kumpel Sascha dazu immer sagt: „Was nicht da ist, geht auch nicht kaputt.“ Weder Kupplung noch Synchronringe oder die klassischen Gangräder können bei solchen Modellen kaputt gehen, denn sie sind garnicht vorhanden.

Am Steuer eines Toyota-Hybridfahrzeugs erwartet einen kein Drehzahlmesser

Am Steuer eines Toyota-Hybridfahrzeugs

Wer jetzt denkt, dass die Fahrer solcher Fahrzeuge eine Menge zu tun haben, der irrt: Der Fahrer muss nur, wie in jedem anderen Auto auch, Gas geben und bremsen. Die Kombination der verschiedenen Antriebselemente wird vollautomatisch und ruckelfrei durch die Steuerung des Motors übernommen. Im Armaturenbrett wird dem Fahrer dann angezeigt, ob er gerade Leistung abruft oder regeneriert.

Lexus IS 300h mit F Sport Paket

Probefahrt mit dem Lexus IS 300h mit F Sport Paket am Lexus Forum Gießen

Wer mehr dazu erfahren möchte, sollte sich mal diese Animation ansehen.

Den großen Nachteil dieses Systems habe ich bei Probefahrten mit Yaris, Auris und IS 300h auch schon zu spüren bekommen: Durch das stufenlose Getriebe entsteht beim Beschleunigen das Gefühl, dass man von einem Gummiband gezogen würde, da keine Drehzahlsprünge wie bei herkömmlichen Getrieben auftreten. Dadurch erscheint das Beschleunigen sogar teilweise etwas zäh, obwohl man sehr wahrscheinlich schneller sein dürfte, als mit einem vergleichbaren Automatikgetriebe.

Der Lexus LC 500h legt den nächsten Gang ein

Lexus LC 500h (Foto: Hersteller)

Lexus LC 500h (Foto: Hersteller)

Mit Vorstellung des exotisch gestylten Lexus LC kommt nun ein weiteres Modell zur Hybrid-Kategorie hinzu. Der LC 500h dürfte mit seinem 3,5-Liter V6-Sauger, dem stufenlosen eCVT und den Batterien auf der Hinterachse auf dem bekannten Antriebsstrang der 450h-Modelle basieren.
Die Systemleistung beträgt 354 PS und setzt sich aus den 299 PS des Verbrennungsmotors und 179 PS Elektro-Power zusammen. Dass diese beiden Werte aufsummiert nicht 354 ergeben ist klar. Hintergrund ist der, dass konzeptbedingt nie beide Systeme gleichzeitig die volle Leistung abgeben können.

Antriebsstrang des Lexus LC 500h (Grafik: Hersteller)

Antriebsstrang des Lexus LC 500h (Grafik: Hersteller)

Im Vergleich zu den älteren Hybrid-Modellen im Portfolio von Toyota/Lexus hat der Antriebsstrang des LC eine entscheidende Neuerung an Board:
Dem Planetengetriebe ist ein 4-Gang Automatikgetriebe nachgeschaltet, mit dem sich bei gleicher (effizienter) Drehzahl noch größere Geschwindigkeitsbereiche abdecken lassen. So wird das Drehmoment bei niedrigen Geschwindigkeiten erhöht und die Drehzahl bei hohen Geschwindigkeiten verringert. Außerdem ist es dadurch möglich dem eben beschriebenen Gummiband-Effekt entgegenzuwirken.
Das sieht man auch am Verbrauch: Welches Auto mit über 350 PS ist schon mit 6,4 Litern Durchschnittsverbrauch angegeben?

Erklärt wird die neue Technik in folgendem Video:

Neben dem Antrieb bietet auch das restliche Auto eine Menge Hightech. Je nach Ausstattungsvariante sind Hinterachslenkung, aktiver Heckspoiler, LED-Scheinwerfer mit Fernlichtautomatik, adaptives Fahrwerk, Fahrmodusregler und die üblichen Assistenzsysteme serienmäßig.

Übrigens könnt ihr euch mittlerweile auch spaßeshalber (oder ernsthaft) den Lexus LC online konfigurieren: carconfig.lexus.de/de/de/?LC

Galerie: Lexus LC 500