Das Konzept des zweiradgetriebenen Buggys ist bei der Dakar auf dem Vormarsch. Nach Peugeot bringt auch X-Raid einen MINI mit Heckantrieb.

Das hessische Team X-Raid verkündete heute den Schritt zum Zweiradantrieb bei der Rallye Dakar 2018 (06.-20.01.2018) – zumindest bei einem teil ihrer Autos.

X-raid wagt bei der kommenden Rallye Dakar 2018 den Schritt in eine neue Ära und präsentiert den MINI John Cooper Works Buggy! Nach 15 Jahren, in denen sich das Team aus Trebur (GER) voll auf allradbetriebene Rennfahrzeuge konzentriert hat, bringt es im Januar in Lima zum ersten Mal einen komplett selbst konstruierten zweiradangetriebenen Wüstenrenner an den Start! „Wir freuen uns riesig, unseren Buggy heute vorstellen zu können, an dem unser gesamtes Team in den letzten Monaten so hart gearbeitet hat“, so Sven Quandt, X-raid Teamchef. „Dieses Entwicklungsprojekt ist in der Firmengeschichte von X-raid einzigartig, denn es waren an keiner Entwicklung so viele Ingenieure beteiligt.“ Auch am MINI John Cooper Works Rally wurden sehr viele Verbesserungen vorgenommen werden und der eigentlich schon völlig ausgereifte MINI John Cooper Works Rally wurde nicht nur in Details verbessert, sondern ist in vielen Bereichen von Grund auf überarbeitet, aber immer mit der Prämisse nicht an Zuverlässigkeit einzubüßen.

MINI John Cooper Works Buggy

MINI John Cooper Works Buggy (Foto: X-raid)

MINI John Cooper Works Buggy (Foto: X-raid)

„Der Gedanken, einen wettbewerbsfähigen Buggy zu bauen, kreiste schon seit langem in unseren Köpfen. Alleine schon wegen der Reglementsvorteile wollten wir so ein Fahrzeug bauen“, erzählt Sven Quandt. „Ende vergangenen Jahres nahm der Gedanke dann Formen an.“ Im Februar 2017 war der Startschuss für das Projekt: Insgesamt arbeiteten über 45 Ingenieure von X-raid und zahlreichen Partnern am neuen Buggy. „Die Aerodynamik hat eine sehr große Rolle gespielt und wurde zusammen mit KLK Motorsport bei vielen Simulationen ausgefeilt“, so Quandt, „und in Zusammenarbeit mit MINI Design entstand das endgültige Aussehen.“ BMW Steyr konstruierte im Rahmen des Reglements einen komplett neuen Motor auf Basis des bekannten BMW Sechszylinder. Natürlich waren auch langjährige Partner wie BMW Motorsport, Magna, Heggemann, CP Autosport und Faster involviert. „Auch wenn wir so einen Buggy bisher noch nicht gebaut hatten“, so Quandt, „konnten wir doch auf jede Menge Erfahrung im Cross-Country-Bereich aufbauen.“

Anfang September absolvierte der MINI John Cooper Works Buggy, beim Rollout spät in der Nacht, am X-raid Firmensitz in Trebur seine ersten Kilometer auf Asphalt. Nur wenige Tage später durfte der MINI John Cooper Works Buggy in Ungarn das erste Mal Schotter unter den Rädern fühlen.

Weiterentwicklung am MINI John Cooper Works Rally

MINI John Cooper Works Rally (Foto: X-raid)

MINI John Cooper Works Rally (Foto: X-raid)

Doch auch am MINI John Cooper Works Rally wurden etliche Änderungen vorgenommen. „Den 4×4 darf man bei aller Euphorie auf keinen Fall außer Acht lassen“, sagt Sven Quandt. „Es gibt Strecken und Terrain, auf dem hat ein Allradler Vorteile. Zudem ist unser Fahrzeug extrem zuverlässig und genau diese Zuverlässigkeit hat uns bereits zu zahlreichen Erfolgen verholfen.“ Nicht nur durch das geänderte technische Reglement, sondern auch durch die Neuentwicklung des Motors für den MINI John Cooper Works Buggy konnte der vierradangetriebene MINI John Cooper Works Rally deutlich verbessert werden. Hauptpunkte durch die Reglementsanpassung waren der nun größere Federweg von 250 Millimetern auf 280mm und die Verringerung des Gesamtgewichtes um 102 Kilogramm (von 1.952kg auf 1.850kg).

Fahrerpaarungen Rallye Dakar 2018

MINI John Cooper Works Buggy & MINI John Cooper Works Rally (Foto: X-raid)

MINI John Cooper Works Buggy & MINI John Cooper Works Rally (Foto: X-raid)

MINI John Cooper Works Buggy
Mikko Hirvonen (FIN) / Andreas Schulz (GER)
Bryce Menzies (USA) / Pete Mortensen (USA)
Yazeed-Al Rajhi (KSA) / Timo Gottschalk (GER)

MINI John Cooper Works Rally
Orlando Terranova (ARG) / Ronnie Graue (ARG)
Nani Roma (ESP) / Alex Haro (ESP)
Jakub Przygonski (POL) / Tom Colsoul (BEL)
Boris Garafulic (CHI) / Filipe Palmeiro (POR)

Bereits in der Vergangenheit hatte immer wieder Buggys, die wegen des Reglements nur mit Heckantrieb, dafür aber mit größeren Reifen, mehr Federweg und weniger Gewicht fahren würfen, bei der Rallye Dakar für Furore gesorgt und um Siege gekämpft. Eins der besten Beispiele ist der aktuelle Peugeot 3008 DKR Maxi, aber auch die früheren Projekte von VW (Tarek) oder dem ehemaligen Sportwagen-Piloten Schlesser.