Hybrid in Le Mans gab es schon lange vor Audi R18 e-tron, Toyota TS040 und Co!

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Hinweis
In der neuen Serie ‚Nie richtig ins Rollen gekommen‚ möchten wir in Zukunft Rennfahrzeuge vorstellen, die nie über den Status eines Prototypen hinaus gekommen sind oder nach wenigen Rennen wieder im Museum verschwunden sind. Heute ist – in Erinnerung an den gestern verstorbenen Firmengründer Don Panoz – der Panoz Esperante GTR-1 Q9 Hybrid dran.
Falls ihr interessante Vorschläge für weitere Fahrzeuge habt, könnt ihr uns diese gerne per Nachricht oder Kontaktformular vorschlagen.


Panoz? Eine Automarke, die die jüngeren Leser vielleicht gar nicht mehr kennen. Ende der 90er Jahre fielen die Fahrzeuge aus Amerika allerdings mit ihrem sonderbaren Antriebskonzept auf, welches beim Nissan GT-R LM NISMO 2015 in ähnlicher Form wieder aufgegriffen wurde. Der Motor des Panoz Esperante GTR-1 Q9 Hybrid nämlich hinter der Vorderachse montiert und erst dahinter saß der Fahrer. Die Antriebsachse war im Gegensatz zum modernen Nissan trotzdem die hintere. Das Getriebe war ebenfalls an der Hinterachse montiert. State of the Art war bei Konkurrenten wie Toyota GT-One und Porsche 911 GT1 auch damals eigentlich schon das Konzept, bei dem der Motor vor den Hinterrädern montiert wird und der Fahrer davor sitzt.

Panoz Esperante GTR-1 (Foto: <a href="https://flic.kr/p/28UoU5C" target="_blank">Damien Defever</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/" target="_blank">CC BY-NC-ND 2.0</a>)

Panoz Esperante GTR-1 (Foto: Damien Defever, CC BY-NC-ND 2.0)

Das Fahrzeug wurde ohne Hybrid bereits seit 1997 eingesetzt. Für Le Mans 1998 entwickelten Panoz, Reynard und Zytek mit dem Q9 Hybrid auf Basis des Esperante GTR-1 ein Einzelstück mit damals innovativen Hybridantrieb. Die Batterien, die durch ein kinetisches Energierückgewinnungssystem (KERS) beim Bremsen aufgeladen wurden, waren neben dem Fahrer im Cockpit montiert. Ziel war ganz klar, dass der durstige Ford-V8 (6.0 Liter Hubraum, 600 PS) durch die Unterstützung von 150 Elektro-PS weniger verbrauchen sollte um damit längere Stints zwischen den Tankstopps fahren zu können.

Ähnliche Antriebskonzepte sollten erst 13 Jahre später wieder in Le Mans zu sehen sein. 2011 stellte Peugeot den 908 Hybrid4 vor (den ich später noch in dieser Serie vorstellen möchte) und kurz darauf stellen die LMP1 Hybridfahrzeuge die schnellste Klasse in Le Mans und WEC. Allerdings erst nachdem Peugeot die WEC bereits verlassen hatte.

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Zurück zu Panoz: Bei den offiziellen Le Mans Tests 1998 – einen Monat vor dem eigentlichen Rennen – stellte sich der Panoz Esperante GTR-1 Q9 Hybrid erstmals der Konkurrenz. Das von David Price Racing betreute Fahrzeug mit dem Spitznamen Sparky und der auffällig violetten Lackierung mit gelben Blitzen stand allerdings nur auf Position 39 der Zeitentabelle und damit deutlich hinter den beiden Werks-Panoz mit herkömmlichem Antrieb.

Die Schuld dafür wurde dem zusätzlichen Gewicht zugeschrieben, welches der Q9 Hybrid in Form von Batterien und E-Motoren mitschleppen musste. Statt 890 kg wog der Hybrid 1100 kg. Das Fahrzeug wurde vom Start beim 24h-Rennen zurückgezogen, bevor es überhaupt richtig los ging.

Später kam es allerdings doch noch zu einem einzigen Renneinsatz: Beim Petit Le Mans (Road Atlanta, USA) wurde das Fahrzeug an den Start gebracht. Gesamtrang 12 entsprach aber auch beim Heimrennen von Panoz nicht den Erwartungen, weswegen es gleichzeitig auch das letzte Rennen des innovativen Panoz Esperante GTR-1 Q9 Hybrid war.

Der Panoz Esperante GTR-1 Q9 Hybrid war seiner Zeit also weit voraus. Vielleicht war die Batterietechnik damals einfach noch nicht so weit. Vielleicht hätte ein großer Automobilhersteller mit mehr Geld in den Taschen mehr erreichen können. Wir werden es nie erfahren. Um so beeindruckender, dass Don Panoz damals mit seiner relativ kleinen Firma trotzdem das Wagnis dieser Entwicklung eingegangen ist. Ruhe in Frieden Don.

Videos von fahrenden GTR-1 gibt es leider kaum. Aber selbst im Stand müssen diese Geräte schon brutal geklungen haben.

Hintergrund: Don Panoz


Firmengründer Don Panoz (1935-2018) war nicht nur die treibende Kraft hinter den Sportwagen, die seinen Namen trugen. 1999 gründete er die ALMS (American Le Mans Series) welche 2012 mit der Grand-Am Serie zur IMSA SportsCar Championship zusammengeschlossen wurde. Am gestrigen 11. November verlor er laut seiner Familie den kurzen Kampf gegen den Bauchspeicheldrüsenkrebs. Er wurde 83 Jahre alt.

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